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Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel

Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel

Beschreibung des Berufes

Im Groß- und Außenhandel werden eine Fülle unterschiedlicher Produkte gekauft bzw. verkauft: Je nach Spezialisierung handelt ein Betrieb mit Rohstoffen, Baustoffen, Betriebsstoffen oder fertigen Konsumgütern wie Textilien, Unterhaltungselektronik, Möbeln, Schmuck und Lebensmitteln. Kaufleute im Groß- und Außenhandel erwerben diese Waren in großen Mengen bei nationalen oder internationalen Herstellern oder Zwischenhändlern. Anschließend veräußern sie die Waren mit Gewinnaufschlag weiter: typischerweise an Einzelhändler, aber auch an andere Zwischenhändler oder an Weiterverarbeiter, jedoch nur selten an Privathaushalte.

Tätigkeiten

Kaufleute im Groß- und Außenhandel fungieren typischerweise als Bindeglieder: Sie koordinieren den Warenfluss vom Hersteller oder Zwischenhändler zum Einzelhandel. Ihre Aufgabe ist es, große Mengen an Rohstoffen, Fertigprodukten und Halbfabrikaten im In- und Ausland einzukaufen und zum Verkauf anzubieten. Im Bereich des Einkaufs werden Angebote eingeholt, Preise verglichen, Waren bestellt bzw. Teillieferungen abgerufen. Auch für die Lagerhaltung ist der Großhändler zuständig. Beim Warenversand ist er für die rechtzeitige und ordnungsgemäße Abwicklung verantwortlich.
Mit Kunden werden Verkaufsverhandlungen geführt, Bestellungen werden entgegengenommen und Preise kalkuliert. Es wird vielfältiger Schriftverkehr erledigt, es werden Rechnungen erstellt, Lieferscheine kontrolliert und Lieferantenrechnungen bearbeitet. Viele dieser Vorgänge werden in der Buchhaltung erfasst und gebucht.

Ausbildungsdauer

In der Regel dauert die Ausbildung 3 Jahre. In bestimmten Fällen – entscheidend ist in erster Linie die schulische Vorbildung – ist eine zweijährige oder zweieinhalbjährige Ausbildung möglich.

Eingangsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Aufnahme ist ein Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb.

Lerninhalte

Die theoretischen Grundlagen der Berufsausbildung werden in der Berufsschule sowohl in berufsspezifischen Lernfeldern als auch in allgemein bildenden Fächern erlernt.
Im ersten Ausbildungsjahr wird an 2 Tagen der Woche die Berufsschule besucht und in den nachfolgenden Jahren an jeweils einem Tag.

Prüfungen

Nach ungefähr der Hälfte der Ausbildungszeit steht schriftlich die Zwischenprüfung an.
Am Ende der Ausbildungszeit erfolgt die Abschlussprüfung, die aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht. Alle diese Prüfungen führt die Industrie- und Handelskammer (IHK) durch.
Die Abschlussprüfung umfasst vier Bereiche, von denen die ersten drei schriftlich zu absolvieren sind:
Großhandelsgeschäfte (180 Minuten)
Kaufmännische Steuerung und Kontrolle, Organisation (90 Minuten)
Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten)
Mündliche Prüfung: Sie besteht aus einem fallbezogenen Fachgespräch mit einer Dauer von höchstens 30 Minuten. Der Prüfungsteilnehmer erhält zwei Prüfungsvorschläge aus folgenden Gebieten: Wareneinkauf, Marketing, Verkauf und Kundenbetreuung. Nach einer 15-minütigen Vorbereitungszeit trägt der Prüfling seine Lösungsvorschläge mündlich dem Prüfungsausschuss vor.

Abschluss

Neben dem Berufsabschluss wird der Berufsschulabschluss erlangt.

Zusätzliche Abschlüsse

Mit dem Bestehen der Abschlussprüfung und dem erfolgreichen Besuch der Berufsschule (Berufsschulabschlusszeugnis) werden, sofern nicht bereits erworben, zusätzlich folgende allgemein bildende Abschlüsse bescheinigt:

· Sekundarabschluss I (Realschulabschluss)

· Erweiterter Sekundarabschluss I (Voraussetzung hierfür ist ein Abschlusszeugnis mit einem Notendurchschnitt von mindestens 3,0. Außerdem müssen in den Fächern Deutsch/Kommunikation und Englisch sowie dem berufsbezogenen Lernbereich jeweils mindestens befriedigende Leistungen erreicht sein.)

Zusatzqualifikation

Die Berufsbildenden Schulen Rotenburgbieten in Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen Verden die Zusatzqualifikation zur/zum Europakauffrau/-mann an.
Globalisierung und Europäische Integration führen dazu, dass im Berufsleben interkulturelle Kompetenzen sowie die Kommunikation in einer oder idealerweise mehreren Fremdsprachen immer wichtiger wird.

Besonders in international ausgerichteten Betrieben wird dies immer wichtiger. Insbesondere weil immer wieder festgestellt wird, dass in der klassischen Berufsausbildung nur ein Teil der erforderlichen internationalen Qualifikationen vermittelt werden. Diese Lücke kann durch den Erwerb der Zusatzqualifikation zur/zum Europakauffrau/-mann geschlossen werden. Das Zertifikat wird auf freiwilliger Basis und unabhängig vom Unterricht angeboten.

Weiterführende Bildungsgänge

An den Berufsbildenden Schulen Rotenburg kann anschließend die Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung, Schwerpunkt: Wirtschaft – Klasse 12 besucht werden, wenn die oben genannten Bedingungen für den Sekundarabschluss I erfüllt wurden. Ebenso kann das Berufliche Gymnasium beliebiger Fachrichtung mit dem erweiterten Sekundarabschluss I besucht werden.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt durch den Ausbildungsbetrieb.

Ansprechpartner in den BBS

Lars Meier (StD, Abteilungsleiter)
Tel.: 04261 98336-01
E-Mail: lars.meier(at)lk-row.de