bbs-row@lk-row.de
+49 (0)4261-983-3636

Werker(in) im Gartenbau

Werker(in) im Gartenbau

Beschreibung des Berufes

Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderem Förderbedarf können eine theoriereduzierte Ausbildung absolvieren. Voraussetzung für die Durchführung einer solchen Maßnahme ist die Feststellung dieses Förderbedarfs in mindestens zwei Bereichen durch Berufsberater und -beraterinnen der Agentur für Arbeit.
Die Agentur für Arbeit schreibt die Ausbidung dieser jungen Leute aus und schließt mit den Bildungträgern entsprechende Verträge.

Seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 werden auf Wunsch des Schulträgers Gartenwerker an den BBS Rotenburg beschult. Vorher wurden sie in Stade beschult mit dem Nachteil einer je ca. 90 Minuten dauernden Hin- und Rückfahrt. Die jetzige Beschulung in Rotenburg erleichtert den Auszubildenden die pünktliche und regelmäßige Teilnahme am Berufsschulunterricht und ermöglicht eine enge Zusammenarbeit zwischen Ausbildenden und Lehrkräften.
Die Mindestklassengröße wurde vom Schulträger auf 9 Personen festgelegt.

Tätigkeiten

Ausbildungsdauer

Eingangsvoraussetzungen

Von solchen Handycaps haben wir bisher bei unseren Gartenwerkern beobachtet:
– Lese-/Rechtschreibschwäche (Legasthenie)
– Rechenschwäche (Dyskalkulie)
– geringe psychische Belastbarkeit
– psychische Erkrankungen, z.B. Psychosen
– Neurosen
– Epilepsie
– Defizite im Sozialverhalten
– Delinquenz

Lerninhalte

Prüfungen

Abschluss

Zusätzliche Abschlüsse

Weiterführende Bildungsgänge

Weiterbildungsmöglichkeiten

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt durch den Ausbildungsbetrieb.

Ansprechpartner in den BBS


Tel.:
E-Mail:


3 Kooperationspartner
Die Berufsbildenden Schulen Rotenburg arbeiten in der Gartenwerker-Ausbildung eng zusammen mit drei privaten Bildungsträgern und der Gartenbau-Ausbildungsberaterin der Landwirtschaftskammer Hannover.
3.1 Bildungswerk der Niedersächsischen Volkshochschulen (BNVHS)
Das Bildungswerk der Niedersächsischen Volkshochschulen (BNVHS) hat seinen Sitz in der Bartelsdorfer Straße 1-3 in Rotenburg. Dort werden im Durchschnitt etwa 20 Jugendliche und junge Erwachsene zum Gartenwerker in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau ausgebildet.
3.2 Jugendhilfeeinrichtung Wümmetal
Die Jugendhilfeeinrichtung Wümmetal bildet in ihrem Standort Sottrum im Durchschnitt etwa 7 Gartenwerker der Fachrichtung Friedhofsgärtner aus.
3.3 Rotenburger Werke der Inneren Mission
Die Rotenburger Werke der Inneren Mission betreiben zwei Gärtnereien, eine auf dem Kalandshof und eine in der Lindenstraße. Der Ausbildungsschwerpunkt liegt hier beim Blumen- und Zierpflanzenbau. Bisher wurde eine Werkerin im Gartenbau ausgebildet.
3.4 Ausbildungsberaterin
Die für den Bereich Gartenbau zuständige Ausbildungsberaterin Frau Dr. Jungclaus hat ihren Dienstsitz in Stade. Sie nimmt oft an pädagogischen Klassenkonferenzen der Gartenwerker teil und führt regelmäßige Beratungen besonders zu Ausbildungsbeginn durch.
4 Individuelle Förderung
4.1 Feststellung des besonderen Förderbedarfs
Wenn sich im Gespräch mit der Berufsberaterin der Arbeitsagentur Anzeichen für einen erhöhten Förderbedarf ergeben, wird zu seiner Feststellung ein gesonderter Termin für einen Test in der Rotenburger Arbeitsagentur vereinbart. Nur wenn der Test ergibt, dass mindestens zwei Behinderungen vorliegen, kann der oder die Jugendliche eine Werker- Ausbildung aufnehmen. Die Arbeitsagentur schließt mit den Bildungsträgern nach Ausschreibung entsprechende Verträge ab.
4.2 Sozialpädagogische Unterstützung der Auszubildenden
Für jedes Lehrjahr der Gartenwerker ist ein Ausbilder oder ein Sozialpädagoge seitens des Bildungsträgers zuständig für diese Auszubildenden. Die Betreuerinnen und Betreuer stehen für Förderunterricht und zur Hilfestellung bei persönlichen Problemen zur Verfügung und nehmen an den pädagogischen Klassenkonferenzen teil.
4.3 Informationsaustausch zwischen Bildungsträgern und BBS
Bei den pädagogischen Konferenzen, an denen auch Schülervertreter/innen teilnehmen, wird über alle Auszubildenden gesprochen mit dem Ziel, sie möglichst genau kennen zu lernen und optimal zu fördern.
5 BBS-Gartenwerker-Projekte
Um die Motivation unserer Gartenwerker-Auszubildenden zu fördern, versuchen wir das Arbeiten „auf Abbruch“ möglichst zu vermeiden, sondern statt dessen Projekte durchzuführen, die Anlage-, Pflanz- und Pflegemaßnahmen auf unserem Schulgelände aber auch von externen Auftraggebern umfassen.
5.1 Zwiebel- und Knollenblumen
Auf dem Schulgelände werden im Herbst Beete für Frühlingsblüher angelegt.
5.2 Raucherhof
Nur außerhalb des Schulgeländes darf geraucht werden. Um dies ohne Belästigung der Anwohner zu ermöglichen, wurde auf einer städtischen Fläche, die an das Schulgelände angrenzt, ein Raucherplatz angelegt. Dabei haben Gartenwerker-Auszubildende die Fläche gerodet, eingeebnet, befestigt und eingezäunt. Beete an der Zuwegung und angrenzende Flächen werden nach und nach bepflanzt.
5.3 Kübelbepflanzung
Im Rahmen von Projekten des Bereichs Bautechnik werden Betonkübel gegossen oder aus Waschbetonplatten gefertigt. Diese Kübel stehen über das Schulgelände verteilt und werden von den Gartenwerker-Auszubildenden bepflanzt.
5.4 Wegebau
Unsere Gartenwerker-Auszubildenden legen gepflasterte Wege, z.B. zum Raucherhof oder im Schulgarten, oder Rindenmulchwege, z.B. bei der benachbarten Jugendherberge, an.
5.5 Teichbau und -pflege
Der mehr als zehn Jahre alte Teich im Schulgarten wurde gesäubert. Demnächst steht an, den fast zwanzig Jahre alten Teich vor dem Schulgebäude zu sanieren bzw. neu anzulegen.
5.6 Trockenmauern, Kräuterspiralen
Im Schulgarten wurde eine Trockenmauer angelegt. Im Innenhof neben der Aula sollen nach und nach weitere Trockenmauern folgen. Im Innenhof bei den Werkstätten soll eine Kräuterspirale gebaut werden.
5.7 Gehölzschnitt
Die Gartenwerker-Auszubildenden haben auf dem Schulgelände die Möglichkeit, Hecken oder einzelne Sträucher zu beschneiden oder überstehende Äste von Bäumen abzusägen. Darüberhinaus werden vom Landkreis als Schulträger ab und zu Außenprojekte zum Gehölzschnitt vermittelt, z.b. beim Parkplatz am Bullensee.
5.8 Nabu-Projekt „Bullensee“
Am Bullensee plant der Naturschutzbund Nabu demnächst die Anlage eines weitläufigen Naturlehrpfades durch das angrenzende Moor. Wir haben bereits Interesse für die Mitwirkung angemeldet.
5.9 Maschinenführscheine
Wir hoffen, durch Zusatzqualifikationen im Umgang mit Maschinen die Chancen der Gartenwerker am Arbeitsmarkt zu verbessern. Dazu haben mehrere Kollegen an einem entsprechenden Fortbildungslehrgang bei der DEULA in Nienburg teilgenommen, der auch zur Abnahme von Maschinenführscheinprüfungen berechtigt. Die Prüflinge erhalten nach bestandener Prüfung Zertifikate, die den Bewerbungsunterlagen beigefügt werden. Die Zertifikate können für Radlader, Mini-Bagger und Gabelstapler erlangt werden.
6 Räumlichkeiten
6.1 Fachtheorieraum
Drei Gartenwerkerklassen mit insgesamt vier Berufsschultagen können einen Klassenraum fast aussschließlich als Fachtheorieraum belegen. Er ist mit selbst vermehrten Pflanzen dekoriert, die nur von diesen Fachleuten gepflegt werden dürfen. Drei Schränke stehen für Versuchs- und Demonstrationsmaterial zur Verfügung.
6.2 Tiefbauhalle
Im Außenbereich der BBS Rotenburg steht eine Tiefbauhalle, die auch bei schlechtem Wetter das Einüben von Pflasterungstechniken ermöglicht und von den Gartenwerkern mitbenutzt werden darf.
6.3 Schulgarten
Der ca. 800 m² große Schulgarten enthält neben vielen Übungsbeeten u.a. einen Teich (s.o.), ein Übungsgrab, eine Natursteintreppe, eine Trockenmauer und eine Kompostanlage.
6.4 Gewächshaus
Um auch Arbeiten aus dem Bereich Blumen- und Zierpflanzen abdecken zu können, brauchen wir dringen ein Gewächshaus. Dies soll so bald wie möglich gebaut werden.
7 Evaluation
7.1 Prüfungsergebnisse
Bisher liegen nur Ergebnisse der Zwischenprüfungen vor.
7.2 Durchhaltevermögen der Auszubildenden
Im Vergleich der Anzahl von Auszubildenden zu Beginn und am Ende der Ausbildung kann man das Durchhaltevermögen der Auszubildenden ermitteln. Erstrebenswert ist dabei ein hohes Ergebnis, allerdings nicht um jeden Preis. Manchmal ist es sogar sinnvoller, wenn der Bildungsträger hart durchgreift und ein Ausbildungsverhältnis beendet, wenn davon eine Signalwirkung auf die übrigen Auszubildenden ausgeht. Bisher waren mit drei Fällen unentschuldigte Fehlzeiten häufigster Kündigungsgrund. Ein Ausbildungsverhältnis wurde wegen zu geringer seelischer und körperlicher Belastbarkeit beendet. Ein weiterer Grund war die Schwangerschaft einer Auszubildenden, die nach der Schutzfrist das Ausbildungsverhältnis abbrach.
7.3 Vermittlung in Arbeitsverhältnisse
Wichtigstes Ziel in der Ausbildung zum Gartenwerker ist es, eine möglichst hohe Vermittlungsquote in anschließende Arbeitsverhältnisse zu erreichen. In Absprache mit den Bildungsträgern soll versucht werden, den beruflichen Werdegang der Gartenwerker möglichst lange weiter zu verfolgen.