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Fliegen wie ein Küken – Frühlingsolympiade der Stadtschule

Fliegen wie ein Küken – Frühlingsolympiade der Stadtschule

Rotenburg. Für die meisten Kinder des Jahrgangs 2009 wird der 3. September 2015 ein großer Tag: Sie werden eingeschult. Für die ABC-Schützen beginnt dann der Ernst des Lebens. Sie müssen künftig Hausaufgaben machen, Klassenarbeiten schreiben und irgendwann gibt es die ersten Zeugnisse. Von älteren Geschwistern hören sie oft die schlimmsten Klagen.

Manch einem Kindergarten-Kind kann bei diesen Aussichten Angst und Bange werden. Dass die Schule aber auch Spaß macht, davon konnten sich in dieser Woche 105 Kinder bei der Frühlingsolympiade der Stadtschule Rotenburg überzeugen. Kinder aus acht Kindergärten und die aktuellen ersten Klassen der Stadtschule nahmen daran teil.

Claudia Goldschmidt, Sportobfrau und Lehrerin an der Grundschule, erklärte, welchen Zweck die Veranstaltung verfolgt: „Die Kinder sammeln spielerisch die ersten Erfahrungen mit der Schule. Sie lernen ihre neuen Mitschüler kennen. Das baut Ängste ab. Wir wollen erreichen, dass sich die künftigen Erstklässler auf die Schule freuen.“ Während der Frühlingsolympiade funktionierte das sehr gut: Die Kinder rannten aufgeregt mit ihren Laufzetteln umher und bekamen an jeder der zehn aufgebauten Stationen einen Stempel. Professionelle Unterstützung bekam die Stadtschule von der BBS Rotenburg. 36 künftige Sozialassistenten empfingen die Kinder an den Stationen. Diese trugen Titel wie „schwingende Bergziege“, „Hasenhürdenlauf“, „Trampelpfad“ und „“. Ganz so ernst ging es dabei natürlich nicht zu. Turnhalle und Aula verwandelten sich in ein Spielparadies: Die Kinder mussten eine Seilbrücke meistern, einen Kletterberg aus Bänken erklimmen und einen Ball im Korb versenken. „Am Ende bekam jedes Kind eine Medaille. Außerdem jede Gruppe und Klasse eine Urkunde“, erklärt Ulf Becker, Lehrer an der BBS. Seine 36 Schüler übernahmen nicht nur die Planung und Organisation, sie waren auch Mutmacher und Motivator. „Das ist eine sehr gute Erfahrung für sie“, so Becker. „Wir hatten drei Wochen Zeit, um die Olympiade zu planen“, erklärt der angehende Sozialassistent Jens Niemeyer. Mit dem Ergebnis des Tages war er sehr zufrieden: „Heute ging es vor allem um eines: Die Kinder sollten Spaß haben.“ Den hatten zum Beispiel die sechsjährige Leonie und ihre Freundin Paula (5). Die beiden Mädchen besuchen die Kindertagesstätte Lindenburg. Im Sommer werden sie eingeschult. Auf die Frage, ob sie sich auf die Schule freuen, müssen die beiden nicht lange überlegen: „Natürlich“, sagten sie. Viel Zeit fürs Interview hatten sie aber nicht: Wer zu spät kam, musste sich an den beliebtesten Stationen wie beispielsweise der Gletscherspalte in eine lange Schlange einreihen.

von Dennis Bartz, Rotenburger Rundschau, 25.3. 2015