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Handwerkstag 2020

„Das Handwerk lebt Nachhaltigkeit auch in einer gesellschaftlichen Dimension“

Kürzlich fand der wieder  gut besuchte 40. Handwerkstag in der Aula der Berufsbildenden Schulen Rotenburg statt.

Schulleiter Wolf Hertz-Kleptow unterstrich  in seinem Grußwort die „dauerhafte vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser, deren Innungen und der Europaschule BBS Rotenburg. „Unsere Zusammenarbeit ist immer geprägt, durch eine gegenseitige Unterstützung bei der Konzeption und Umsetzung eines qualitativ hochwertigen, zukunftsorientierten handwerklichen Bildungsangebotes für die Region“, so unser Schulleiter.

Im weiteren Verlauf ging Hertz-Kleptow auf die anstehende Umsetzung des Medienbildungskonzeptes  in Zusammenarbeit mit dem Schulträger ein.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Ausführungen bildete die wohnortnahe Beschulung unterschiedlicher Ausbildungsberufe, die im Zuge der Überarbeitung der „Verordnung der Berufsbildenden Schulen“ vor größeren Herausforderungen stehen würde. „Hier benötigen wir die Unterstützung der Kreishandwerkerschaft und auch von unseren politischen Vertreterinnen und Vertretern“, so Hertz-Kleptow.

Ebenfalls ging der Schulleiter auf die gute Zusammenarbeit zwischen der Kreishandwerkerschaft  und unserer Schule während der Planung und Umsetzung der jährlich stattfindenden Ausbildungsmesse ein. In diesem Zusammenhang berichtete Hertz-Kleptow auch über aktuelle Durchführungen der Berufsorientierung an unserer Schule. Zurzeit  würden in einer einjährigen Beschulung mehr als 140 Schülerinnen und Schüler von 7 abgebenden Allgemeinbildenden Schulen in unterschiedlichen beruflichen Schwerpunkten unterwiesen.

Abschließend berichtete Hertz-Kleptow von unterschiedlichen erfolgreichen Rezertifizierungen, so als bundesweit einzige COOL-Impulsschule, im Rahmen des Audits nach AZAV und nun schon mit mehr als 20-jähriger Tradition als Europaschule. In diesem Zusammenhang würdigte unser Schulleiter und auch Kreishandwerksmeister Norbert Schmudlach noch einmal Studiendirektor Erwin Eggers für den maßgeblichen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte.

Gerichtet an unseren Schulleiter betonte Kreishandwerksmeister Norbert Schmudlach  zu Beginn seiner Ausführungen die große Unterstützung, die der Handwerkstag jährlich durch die Schulleitung und das ausführende BBS-Team erfahre.

Schmudlach hob die Wandlungsfähigkeit des Handwerks als seine große Stärke hervor. „Ausgestattet mit beachtlichem, über Jahrhunderte angewachsenem handwerklichen Können und Fachwissen hat das Handwerk es stets vermocht, Innovatives zu entwickeln und technologische Veränderungen aufzunehmen“, so Schmudlach.

Das Handwerk sei heute gefragter denn je, denn es würden vor Ort jeweils passgenaue Lösungen entstehen. Der Kreishandwerksmeister betonte weiterhin, dass alle wichtigen gesellschaftlichen Zukunftsprojekte ohne das Handwerk nicht zu verwirklichen sein werden. Als Beispiele nannte er den Wohnungsbau, die Energiewende, die Mobilitätswende oder das Smart Living. Kein anderer Wirtschaftszweig setze dabei so stark auf Nachhaltigkeit wie das Handwerk. „Handwerk lebt Nachhaltigkeit auch in einer gesellschaftlichen Dimension“, so Schmudlach.

„Als größter Ausbilder in der Wirtschaft sorgt das Handwerk mit seiner hohen Ausbildungsleistung für die Fachkräfte der Zukunft“, betonte der Kreishandwerksmeister. „Getragen von unserem Selbstverständnis als auch gesellschaftlich gestaltender Akteur übernehmen wir Verantwortung für unsere Mitarbeiter, unser Umfeld, für die Stabilität und Versorgung in ländlichen Regionen, für Integration, für die Ausbildung junger Menschen als zukünftige Fachkräfte und vor allem für eine hohe Qualität bei der Qualifizierung“, unterstrich Schmudlach. Jungen Menschen biete das Handwerk die Chance, sich in einer Vielfalt von Karrierewegen zu verwirklichen, bis hin zum Unternehmertum. „Auch damit sichern wir Zukunft und gestalten gesellschaftliches Miteinander“, so Schmudlach.

Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber sprach in seinem kurzen Grußwort den Dank an die „hervorragende Handwerkerschaft“ aus. Dies würde sich auch perspektivisch in der Lebensqualität des Wohnortes  widerspiegeln.Weber betonte die guten Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung.

Die Rotenburger Handwerksmedaille ging dieses Jahr an den ehemaligen Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser Eginhard Engelke. „Sie haben sich in besonderer Weise beispielgebend für die Interessen des Handwerks eingesetzt“, so der Kreishandwerksmeister in seiner Laudatio. Der ständige Dialog mit politischen Entscheidungsträgern und den Verantwortlichen aus der Verwaltung  sei für Engelke ein wichtiges Anliegen gewesen. Ebenfalls hob der Laudator  das maßgebliche Engagement des zu Ehrenden hinsichtlich der Ausbildungssituation und der Meisterausbildung hervor. Abschließend betonte Norbert Schmudlach auch das besonnene Handeln hinsichtlich der vor einiger Zeit  vollzogenen Fusion unterschiedlicher Kreishandwerkerschaften.

In seiner Festansprache mit dem Titel „Das digitalisierte Gehirn – wie wir lernen, wieder ganz bei der Sache zu sein“  – ging Dr. Marco Freiherr von Münchhausen in erfrischender und verständlicher Art auf Aspekte ein, die tägliches konzentriertes Arbeiten einschränken würden. „Wenn wir wirklich konzentriert arbeiten, können wir in kürzester Art viel erreichen“, so der Gastredner. In einer gemeinsamen praktischen Umsetzung konnten sich alle beteiligten Gäste in beeindruckender Weise von der Kernthese des Redners überzeugen.

Unter der Leitung von Benjamin Faber zeigte die Gruppe „Wildes Blech“ in hervorragender Art, dass Stücke von Steppenwolf,  Liquido oder Michael Jackson auch zum Gelingen eines Handwerktags  beitragen können.

In diesem Jahr sorgte ein Team aus Mitgliedern der BBQ1, sozialpädagogische Assistenz, unter der Leitung von Gisela Renz-Knappik und Theresa-Elin Precht  für eine kompetente und freundliche Bewirtung.

Es war bezeichnend, dass sich viele der Gäste noch viel Zeit für gute Gespräche gönnten. Da blickt man doch schon gern voraus auf den 41. Handwerkstag im kommenden Jahr.

(Erik Voß, Presseteam)