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Ich hab‘ keine Zeit – ich bin Rentnerin!

Nach 38 Dienstjahren verlässt Oberstudienrätin Meike Hülsemann die Berufsbildenden Schulen Rotenburg und geht in den Ruhestand. Das war Anlass genug für eine kleine Feier in der Aula der Schule – natürlich mit Abstand  und leider ohne Umarmungen  oder Händeschütteln.

Die Ur-Rotenburgerin kam in Zeiten an die BBS, als in den Klassen bis zu 35 Schülerinnen und Schüler waren und es noch Samstagsunterricht gab, damit alle beschult werden konnten.

Nebenbei bemerkt: so ganz weit weg von dieser Situation sind wir ja auch heute nicht. Gäbe es nicht mittlerweile zwei Nebenstellen, würde das Hauptgebäude in der Verdener Straße auch heute nicht alle Schülerinnen und Schüler beherbergen können.

Meike Hülsemann hat viel bewegt an den Berufsbildenden Schulen.

Die Einrichtung des Lernbüros geht z.B. auf ihr Konto. Laut Oberstudiendirektor Wolf Hertz-Kleptow sei die Kunde davon in den 90er-Jahren sogar bis nach Verden vorgedrungen, wo es diese moderne Art praxisnahen Lernens damals noch nicht gegeben habe und man ganz neidisch nach Rotenburg geblickt habe.

Auch sei Meike Hülsemann das „Gesicht von Cool“, so Studiendirektorin Andrea Bentlin in ihrer Ansprache. Dass die BBS Rotenburg Cool-Impulsschule ist und sich dieses kooperative offene Lernen hier etabliert hat, sei in starkem Maße auf die Initiative der Jubilarin zurückzuführen.

Auch für die Belange der Kolleginnen und Kollegen hat sie sich  eingesetzt, dem Personalrat der BBS gehörte sie 12 Jahre an, lange Zeit davon als Vorsitzende.

Trotz Abstandsregeln, Sitzen an Einzeltischen sowie Singverbot kam in der Aula der BBS durchaus Stimmung auf. Die Erweiterte Schulleitung und die Kolleginnen und Kollegen hatten sich einiges einfallen lassen, um die Verabschiedung gebührend zu begehen: sei es ein Ratespiel frei nach Robert Lembke, allerlei Gereimtes aus Schule und Privatleben der Jubilarin oder das gemeinschaftliche Erstellen eines Erinnerungsgemäldes.

Meike Hülsemann selbst freute sich sehr über die Ansprachen, Aktionen und Geschenke und ließ in ihrer kurzen Abschlussrede keinen Zweifel daran, dass sie gern an den Berufsbildenden Schulen Rotenburg gewesen ist, und das nicht wegen des Gebäudes oder seiner Ausstattung, sondern wegen der Menschen in diesem Gebäude. Der Aufdruck ihrer Stofftasche: „Ich hab‘ keine Zeit – ich bin Rentner“  ist zwar gendermäßig nicht mehr ganz en vogue, ließ aber deutlich erkennen, dass sie im Ruhestand wohl keine Langeweile haben wird.

(Marika Kosanke-Krampitz)