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Leiser Abschied nach 20 Jahren – Langjähriger Schulleiter der BBS Rotenburg geht in den Ruhestand

„Ich bin Schulleiter, aber nicht der Oberguru“ – mit diesen Worten fasst der nun scheidende Schulleiter der BBS Rotenburg Oberstudiendirektor Wolf Hertz-Kleptow sein Selbstverständnis wohl treffend zusammen: vom Bewusstsein einer besonderen Verantwortung getragen, aber als Teamplayer agierend. Nach seinen eigenen Aussagen hat hier besonders die Runde der Erweiterten Schulleitung (im Kollegiumskreis als „Freitagsrunde“ bekannt) eine große Rolle gespielt, aber auch die Einbindung des Kollegiums in Entscheidungen und das Aufgreifen innovativer Impulse seien ihm immer wichtig gewesen, so Hertz-Kleptow.

Nach nun fast 20 Jahren an der Spitze verlässt der gebürtige Verdener mit Ablauf des ersten Halbjahres 2020/21 die BBS Rotenburg in Richtung Ruhestand.  Am 01. August 2001 trat er seinen Dienst in Rotenburg an und hatte gleich eine Menge vor der Brust. So stand z.B. ein großer Umbau an: der Erweiterungsbau der Aula. Und der wurde auch nach Fertigstellung angemessen eingeweiht. Im November 2003 feierte die Schule ihren hundertsten Geburtstag und lud dazu in die neue Aula ein. Für den Schulleiter eine große Herausforderung, immerhin trat er hier als Gastgeber für eine illustre Runde auf, zu der u.a. der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder gehörte.

Aber auch die Europa-Kontakte, die sein Vorgänger Eckbert Angrick initiiert hatte, baute Hertz-Kleptow gemeinsam mit dem Europa-Beauftragten der BBS Erwin Eggers und vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen entscheidend aus. Heute hat die Schule 28 Partnerschulen in 13 europäischen Staaten, deren gelebte Kontakte nicht zuletzt dem Engagement des scheidenden Schulleiters zu verdanken sind. Einer seiner Wünsche für die Zukunft der Schule sei es, dass die Europa-Kontakte lebendig bleiben mögen, so Hertz-Kleptow.

Als  weiteres Her(t)zens-Projekt kann  die Kooperation mit dem Berufsbildungswerk der  Rotenburger Werke bezeichnet werden. „Eine Ehe, die nicht geschieden werden kann“: mit diesen vielsagenden Worten beschreibt der zukünftige Ruheständler die enge Kooperation,  deren  Entstehung und Entwicklung in seine Amtszeit fällt. Das „tobbi“-Gebäude auf dem Gelände der BBS, in dem junge Menschen mit Beeinträchtigung beschult werden,  ist ein sichtbares Zeichen für die gelebte Kooperation.

Natürlich habe es auch Tiefpunkte gegeben, aber insgesamt ziehe er eine durchweg positive Bilanz seines beruflichen Lebens und seiner Zeit als Schulleiter an den BBS Rotenburg.

Der Abschied von der Schule nach fast 20 Jahren als Chef wird coronabedingt ein leiser sein. Die Spuren seines Wirkens werden bleiben. Wolf Hertz-Kleptow verabschiedet sich mit guten Wünschen vom Kollegium und dem Mitarbeiter*innen-Stamm. Vor allem die Freude an der Arbeit möge allen erhalten bleiben, so der scheidende Chef.

Seinem Leben als Ruheständler sieht der Jubilar gelassen entgegen; langweilig werde es ihm jedenfalls nicht werden, immerhin gebe es reichlich Ehrenämter, die auszufüllen seien. Und natürlich ist da die Familie, die gerade durch ein Enkelkind erweitert wurde. Die kann sich jetzt freuen,  Ehemann, Vater und Großvater öfter für sich zu haben. Das schulische Leben an „seiner“ alten Schule wird er aber sicher auch aus der Ferne weiterhin kritisch-wohlwollend beobachten.

Das Kollegium der BBS Rotenburg sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünschen ihrem (ehemaligen) Chef alles Gute für den Ruhestand und bedanken sich für die gemeinsame Zeit.

(Marika Kosanke-Krampitz)