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This could be the last time

Auch in diesem Jahr wurden wieder vier langjährige Mitglieder des Kollegiums der BBS Rotenburg  in den Ruhestand verabschiedet.

Jörg Therkorn, bekennender Rolling  Stones Fan, war seit 1985 an den BBS Rotenburg tätig. Über das Hobby des nächtelangen Elektronikbastelns im Keller und seinem Faible für Sport entwickelten sich dann auch Therkorns Grundlagen für die spätere Fakultas in den Fachbereichen Elektrotechnik und Sport. Jörg Therkorns Name wird lange in Verbindung bleiben  mit beeindruckenden Projekten der Elektrotechnik mit hochmotivierten Schülerinnen und Schülern.  Die Projekte Blitzschutz am Haus der Stille,  das Projekt Beleuchtungssteuerung oder auch das Projekt der Videoeingangsüberwachung sollen hier nur exemplarisch genannt werden. Als Bildungsgangleiter Elektrotechnik hatte der von Jörg Therkorn geleitete Bereich schon früh Vorbildcharakter  für die Umsetzung der Neuordnung der Elektroberufe und das Unterrichten in Lernsituationen.

Die von Therkorn entwickelten und geleiteten Segel- und Surfkurse auf der Insel Fehmarn sind an der BBS gefragt wie Stones-Karten zu besten Zeiten. Hier sprach Therkorn dann gern von seiner „Dienstbräune“.

Grabe wo du stehst

Der zweite im Bunde, Heinz Promann , gab einen Lehrer der Berufsaufbauschule als Vorbild und „absolute Motivation“ für den Lehrerberuf an. Vor Aufnahme seiner Lehrtätigkeit war er Museumsberater und nahm ebenfalls an archäologischen Ausgrabungen teil.

Heinz Promann war auch lange im Bereich Elektrotechnik tätig, entwickelte aber auch in seinem Zweitfach Geschichte beeindruckende Projektergebnisse. Als Bildungsgangleiter im Fach Geschichte nahm sich Promann schwerpunktmäßig den Themen der Verfolgung von Menschen im 3.Reich an.

In Anlehnung an den schwedischen Literaturhistoriker Sven Lindqvist entstanden Projekte vielfach unter dem Motto „Grabe wo du stehst“, also  in unmittelbarem Bezug zur Region.

Die Vorbereitung des Holocaust-Gedenktages mit den Rotenburger Werken, die Entwicklung einer Geschichts- und Erinnerungstafel auf dem Friedhof Lindenstraße  oder  das Erinnern eines NS-Opfers aus Unterstedt seien hier nur beispielhaft erwähnt. Hervorzuheben ist ebenfalls  Heinz Promanns  Einsatz für den Volksbund Deutsche Kriegsgräbervorsorge.

Beide zu Verabschiedenden lobten einhellig die sehr gute und vertrauensvolle  Zusammenarbeit mit der Abteilungsleitung und Schulleitung.

„Wenn es am schönsten ist, soll man gehen“, mit diesem Motto verabschiedete sich Elisabeth Pape von ihrem Kollegium. Sie kann auf 39 Dienstjahre als Lehrerin für Fachpraxis in der Hauswirtschaft zurückblicken und geht auf eigenen Wunsch in den Ruhestand, um sich der Familie und vor allem den Enkelkindern zu widmen. Während ihrer Zeit  an den BBS Rotenburg wirkte sie sowohl in der Berufsschule und Berufsfachschule Hauswirtschaft als auch in Pflegefachklassen, im Berufsvorbereitungsjahr, in der Behindertenbeschulung und im Beruflichen Gymnasium. Nicht nur das von ihr initiierte Elternprojekt mit Babysimulatoren wird wohl immer in Erinnerung bleiben, auch Elisabeth Pape als Person und Kollegin hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Stets freundlich, meistens sogar fröhlich, ihren Schülerinnen und Schülern zugewandt und immer offen für etwas Neues: so das Bild, das in den Grußworten des Schulleiters Wolff Hertz-Kleptow sowie zahlreicher Kolleginnen und Kollegen deutlich wurde. Dem Lob des Schulleiters „Mit Ihrem großen Einsatz für Ihre Schülerinnen und Schüler haben Sie die Schule mit zu dem gemacht, was sie heute darstellt“, konnten sich wohl alle Kolleginnen und Kollegen anschließen.

Ebenfalls wurde Achim Blackstein verabschiedet. Er war zwei Jahre als Schulpastor an den Berufsbildenden Schulen Rotenburg tätig und verlässt die Schule, um eine Tätigkeit in der Seelsorge in Hannover aufzunehmen.

Auch ein weiterer Schulpastor verlässt die Berufsbildenden Schulen: Roger Moch geht nach 28 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Bevor Roger Moch 1991 an den BBS Rotenburg zu unterrichten begann, war er nach seinem Vikariat in der Gefängnisseelsorge tätig, eine Erfahrung, die, wie er betont, eine gute Vorbereitung auf den Schuldienst war. So ließ Roger Moch in seinen Unterricht immer wieder das Thema „Gefängnis – Strafe – Gerechtigkeit“ einfließen und konnte Schülerinnen und Schülern an diesen „eigenen Knasterfahrungen“ teilhaben lassen. Im Laufe seiner Zeit an den BBS Rotenburg war Roger Moch an vielen Projekten beteiligt, eines der eindrucksvollsten ist sicherlich das mit der ehemaligen Schulpastoren Ruth Stieber geplante „Haus der Stille“ auf dem Schulgelände, ein Gebäude welches Raum zum Nachdenken oder Trauern geben soll und für den Unterricht bewusst nicht genutzt wird. Ein weiteres wichtiges Anliegen Roger Mochs waren die Themen Krisenmanagement und Cybermobbing, so war er federführend an der Einrichtung eines Krisenteams an den BBS Rotenburg beteiligt.

Nach der BBS-Schulleitung und weiteren  Vertretern der Schule trat Superintendent Dr. Michael Blömer an das Rednerpult, um einen Rückblick auf das kirchliche und schulische Wirken Roger Mochs zu geben. Roger Moch selbst trat nur kurz an das Rednerpult, um sich mit einer in Simpsonsmanier gestalteten, vom Smartphone abgespielten Botschaft zu verabschieden, die „Roger Moch geht jetzt in den Ruhestand, fresst meine Shorts“ lautete.

(Presseteam)