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Time To Say Goodbye – Gunda Tienken-Eggers und Erik Voß gehen in den Ruhestand

Mit Maske und auf Abstand, aber mit ganz viel Herzblut fand in der Aula der Berufsbildenden Schulen Rotenburg kürzlich die Verabschiedung zweier langgedienter Lehrkräfte statt.

Gunda Tienken-Eggers, die nach 33 Jahren an den BBS Rotenburg in den zweiten Teil der Altersteilzeit geht, unterrichtete lange Zeit  als einzige Fachlehrkraft die Auszubildenden des Friseurhandwerks, wirkte aber auch in ihrem Zweitfach Religion in anderen Bereichen und Schulformen, u.a. im Beruflichen Gymnasium. Zudem unterrichtete sie mit viel Engagement im BVJ.  Mit ihrem Weggang wird leider die Friseurausbildung an unserer Schule beendet werden, Auszubildende dieses Gewerkes werden zukünftig den Weg nach Verden oder Zeven antreten müssen.

Vom Stellvertretenden Schulleiter Lars Meier gefragt, warum sie sich für das Friseurhandwerk entschieden habe, antwortete Studienrätin Tienken-Eggers, sie habe immer Lehrerin an einer BBS werden wollen und da sei halt die Wahl auf die Friseurausbildung gefallen. Eine Liebeserklärung an die Berufsschule! Und der damalige Schulleiter Garbow wusste natürlich, dass Friseurinnen auch Ahnung von Chemie haben. Also wurde sie bei ihrer Einstellung gefragt, ob sie bereit sei, im Gymnasium Chemie zu unterrichten. Selbstverständlich  sagte sie „ja“; aber  Herr Garbow hatte nur eine Fangfrage gestellt: jetzt wusste er, dass er bei Bedarf eine Fachkraft in der Hinterhand hatte. Gunda Tienken-Eggers blickt insgesamt positiv zurück auf ihre Zeit an unserer Schule: „überwiegend war es eine schöne Arbeitszeit“, so die Jubilarin. Wer das sagt, kann sicher auf ein erfülltes Berufsleben zurückblicken.

Mit Tienken-Eggers‘ Weggang scheinen die Friseure also erstmal  verloren für Rotenburg.  Von einem solchen (damals drohenden) Verlust  kann auch der zweite Jubilar Erik Voß ein Lied singen. Für „tot“ wurde die Malerausbildung Anfang der 90er-Jahre an den BBS Rotenburg erklärt. Tot ist diese Ausbildung noch immer nicht; noch immer werden Maler an den BBS ausgebildet; durch die Malerinnung sei  damals ein Ruck gegangen (so Erik Voß). Vielleicht geht dieser Ruck ja auch durch die Friseurinnung; einen Hoffnungsschimmer gibt es: die Ausbildungszahlen steigen wieder. Vielleicht wird Gunda  Tienken-Eggers doch noch erleben, wie das Friseurhandwerk an unserer Schule wiederbelebt wird.

Aber jetzt wird sie sich erstmal ihrer Familie widmen; Ehemann Erwin ist bereits im Ruhestand und wartet darauf, mit seiner Frau endlich mal Urlaub außerhalb der Ferienzeiten machen zu können. Und dann sind da ja noch Kinder, Enkelkinder, diverse Haustiere und vielfältige Interessen, so dass es ihr im Ruhestand sicher nicht langweilig werden wird. Der Miniatursalon, den sie als Abschiedsgeschenk von ihrer Abteilung bekam, wird sie zudem noch lange an ihre Schule erinnern.

Wie Tienken-Eggers ist auch der zweite Jubilar Oberstudienrat Erik Voß schon so lange an der Schule, dass – so der Stellvertretende Schulleiter Lars Meier – beide schon zwei Personalakten bräuchten, eine reiche da nicht mehr aus. Voß, der 1987 seinen Dienst in Rotenburg antrat und die Fächer Farbtechnik und Englisch unterrichtete, stammt selbst aus einer Lehrerfamilie. Er sei schon mit dem Duft von Ölfarbe und Terpentin aufgewachsen, und zwar in der Berufsschule seines Vaters, so dass seine Berufswahl praktisch vorprogrammiert gewesen sei. Nicht verwunderlich also, dass ihm  auch in seiner Zeit an den BBS Rotenburg gute und enge Beziehungen zur Malerinnung immer am Herzen lagen. Zudem habe er auch ästhetisch wirken können, so Voß, im Malerbereich und im ehemaligen Kunstbereich des (damaligen) Fachgymnasiums habe er immer wieder kleinere und größere Ausstellungen mit Produkten seiner Schüler und Schülerinnen durchführen können. Wie seine Kollegin Gunda Tienken-Eggers war auch Erik Voß Mitglied im Team der Ausbildungsmesse; ihm oblag die Gestaltung der Plakate, und das 17 Jahre lang. Und noch eine Aufgabe hatte Voß recht schnell für sich ausgemacht: „das Gute an unserer Schule ins rechte Licht zu rücken“, das sei 15 Jahre lang eine Passion für ihn gewesen. Kein Wunder also, dass ihm die Aufgabe als Chef des Presseteams und der Mitwirkung an der  Kollegiumszeitung „Blaustift“ auf den Leib geschrieben war. Von seinem Mitstreiter im Presseteam und beim „Blaustift“ Malte Wilkens wurde er nun zum „Ehrenchefredakteur“ ernannt. Und noch einen Ehrentitel erhielt er anlässlich seiner Verabschiedung: fortan wird er sich auch Ehrenspielführer der BBS-Fußball-Elf nennen dürfen, deren langjähriger Coach er war. Völlig eingestaubt erschienen seine Spieler in der Aula, hatten sie sich doch (so der Kapitän Cord Hoops) seit dem „Wunder von Waffensen“, dem  8:0 Sieg  gegen die Mannschaft der Fachoberschule Technik, nicht mehr gewaschen. In einem fotografischen Rückblick wurde nun das „wahre Leben des Erik Voß“ aufgedeckt.

Voss selbst verabschiedete sich auf originelle Weise von seiner Schule: er verschenkte Farbtöne in Form von Farbkarten, die er beim Aufräumen gefunden hatte. So durfte sich z.B. der Abteilungsleiter Norbert Kaufmann über den Farbton „Hüter der Freiheit“  freuen. Die Farbfirma hatte sich wirklich ins Zeug gelegt und alle Register der Poesie gezogen, so dass der Jubilar auch Farbtöne wie „Elegante Gelassenheit“ (Lars Meier) oder „Dichter der Erde“ (Malte Wilkens) verschenken konnte. Auch seine Familie, die ihn vollständig zu seiner Verabschiedung begleitet hatte, bedachte er mit passenden Farbtönen.

Zum Abschluss der Feier fand zwar – pandemiebedingt – kein rauschendes Fest statt, aber immerhin konnten alle Beteiligten  unter Wahrung strenger Hygienemaßnahmen noch ein wenig auf dem Pausenhof zusammensitzen.

(Marika Kosanke-Krampitz)