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„tobbi“ wird 10!

Was für eine merkwürdige Überschrift. Wer ist tobbi? Und warum wird der 10. Geburtstag eines Jungen so groß gefeiert? Anja Rinck, Bereichsleiterin der Werkstatt für Behinderte Menschen (WfbM) in den Rotenburger Werken, klärt auf: „ tobbi steht für teilnehmerorientierte berufliche Bildung.“ Und Erwin Eggers, Mitbegründer und Abteilungsleiter der Berufsbildenden Schulen an der Verdener Straße ergänzt: „tobbi  ist der Berufsbildungsbereich der Rotenburger Werke. Und der ist seit 10 Jahren unser Nachbar.“ Erwin Eggers muss es wissen, denn er ist ein Mann der ersten Stunde. „Damals wurde ein Kooperationsvertrag zwischen unserem Haus und den Rotenburger Werken geschlossen“, erinnert er sich. „Hier werden Schulabgänger mit Handicap auf das berufliche Leben vorbereitet“, erklärt er. „Und unsere Schüler der BBS profitieren von dieser direkten Nachbarschaft. Sie erleben Inklusion hautnah und lernen einen unverkrampften Umgang mit Menschen mit Behinderung.“ Anja Rinck zitiert eine Grundidee der Kooperation: „Berufliche Bildung von Menschen mit Behinderung soll dort stattfinden, wo berufliche Bildung gemeinhin stattfindet“ Spätestens jetzt mag so manchem Leser dämmern, worum es geht. „Für uns“, sagt die Pädagogin, „ist tobbi seit 10 Jahren ein Erfolgsmodell. Inzwischen besuchen uns häufig Menschen aus Politik und Wirtschaft, um sich Anregungen zu holen.“ Damals waren es Wolf Hertz-Kleptow, Leiter der BBS, und Geschäftsführer der Rotenburger Werke, Thorsten Tillner, die den gemeinsam ausgearbeiteten Kooperationsvertrag unterzeichneten. Erwin Eggers bringt die Kooperation noch einmal auf den Punkt: „Es ist noch einfacher: Menschen mit und ohne Behinderung lernen gemeinsam fast unter einem Dach.“ Und das Wörtchen fast erläutert er gleich im selben Atemzug genauer: „Vor zehn Jahren haben die Rotenburger Werke einen Architekten beauftragt, das Berufsbildungszentrum als Gebäude hinter den BBS an der Verdener Straße zu konzipieren.“ Die Bereichsleiterin der Werke schwärmt: „ Hier ist Architektur entstanden, die sich den Bedarfen der Nutzer anpasst und mit ihrer Transparenz beeindruckt.“ Zum Jubiläum wurde eine zeitlose Broschüre herausgebracht, die Einblicke ins bunte Treiben von tobbi geben. „Wir dokumentieren für den interessierten Leser, was bei tobbi passiert“, sagt Anja Rinck. „Was ist eine Qualifizierungsmaßnahme? Wer hat einen Job am ersten Arbeitsmarkt? Was macht ein Alltagshelfer?“, zitiert sie ein paar Themen. Erwin Eggers ergänzt: „Unsere Bildungsreise nach Tschechien war sicherlich ein Höhepunkt. Sie wird in der Broschüre von einem tobbi-Teilnehmer sehr anschaulich beschrieben.“ „Am 17. September haben wir groß gefeiert“,  verrät Anja Rinck. „In der Aula der BBS sind viele Freunde und Gäste vom tobbi zusammengekommen und haben angestoßen.“ Ziemlicher Rummel um 10 Jahre tobbi. Aber so ein Geburtstag sollte durchaus gebührend gefeiert werden, denn tobbi ist ein Zukunftsmodell, das bereits für andere Einrichtungen und Gemeinden Vorbild geworden ist. „Wir sind froh, dass wir tobbi auf den Weg gebracht haben“, sagt Anja Rinck. „Und es ist gut“, weiß Erwin Eggers, „dass hier vorbildlich gezeigt wird, wie Bildung für Menschen mit und ohne Behinderung in unmittelbarer Nachbarschaft stattfinden kann.“

(Henrik Pröhl)